Sonntag, 17. Mai 2015

Gans verschmitzt

In der Glut der Mittagszeit, seh´n wir die Gans, vom Haus nicht weit.
Sie quakt und schnattert laut daher, zum Aushalten ist dies nur schwer.
<< Woher kommt die fette Gans? >>, fragt mich mein alter Vater Hans.
<< KeineAhnung, sah sie grad, als ich aus der Haustür trat >>.
<< Ich fang sie schnell, den fetten Braten, dann setz´ ich sie in unsern Garten.
Zur Martinszeit wird sie verzehrt, das ist doch wirklich nicht verkehrt >>.
<< Auf keinen Fall, die Wildgans nicht! Das stört mein Nahrungsgleichgewicht.
Solche Tiere sind tabu, ich verscheuch die Gans im Nu >>.
Mit einem lauten Schrei von mir, stürz ich mich auf das arme Tier.
Dieses wird ganz stumm und schaut, wer sich zu ihm hin getraut.
Dann schnappt sie zu und beißt mich flink,
in meinen Fuß, so daß ich hink.
<< Das hast du nun davon mein Kind, als Braten Gänse besser sind >>
<< Nein, nein, ich hab´sie überrumpelt und schau die Gans nun auch noch humpelt!
Sie ist verletzt, hat laut geschnattert und guckt verstört und ist verdattert.
Wir helfen ihr und pflegen sie, das arme, kleine Federvieh.>>
Indes die Wildgas fröhlich grinst und dies ist gar kein Hirngespinst,
mit voller Absicht und gewitzt, hat sie ein Heim und lacht verschmitzt! (C) AZ



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